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Warm, Wärmer, Wärmebild

Meine Küche war mal ein gemütlicher Ort. Wir sind sowieso alle Küchenmenschen und halten uns am liebsten in der Küche auf. Hier findet (fast) unser ganzes Familienleben statt. Zwischen Kochtöpfen, Geschirr und Kaffeemaschine wird gekocht, gelacht und diskutiert.

Sogar einen Schwedenofen haben wir uns im Schweiße unseres Angesichts reingestellt. Das war mal eine Aktion. Der Kamin war zwar da, aber kein Anschluss. Also musste erstmal ein Loch in den Kamin gestemmt werden, der Anschluss reingebastelt und dann haben wir die Daumen gedrückt, dass der Schornsteinfeger uns das Ganze auch abnimmt. Hat er. Problemlos. Hat sogar unseren Kaminanschluss gelobt. Es folgten lange und gemütliche Abende mit Rotwein, gutem Essen, guten Freunden und einem gemütlich prasselnden Feuer im Kamin.

Und dann kam Krümel. Unser Krümel ist jetzt 13 Monate alt und hat vor zwei Monaten angefangen zu laufen. Mit sieben Monaten ist er gekrabbelt und hat sich weitere zwei Monate später an allem und jedem hoch gezogen. Also wurde die Wohnung kindersicher gemacht und der Schwedenofen stillgelegt. Ich weiß, ich weiß, es gibt Kamingitter. Diese können wahlweise dazu benutzt werden den Ofen ein- und die die Kinder auszusperren oder einen großen Laufstall für die Kleinen zu basteln. Das Problem mit dem Gitter ist nur: wir könnten das schon um den Ofen rum bauen. Nur könnten wir uns dann nicht mehr bewegen. Der Sicherheitsabstand würde nämlich ziemlich genau an unseren Küchenstühlen enden. Somit müssten wir entweder lernen zu fliegen oder einen Hindernislauf auf dem Weg zur Kaffeemaschine hinlegen.

Als wir eines Morgens mal wieder frierend beim Frühstück saßen (zur Erklärung: Wir haben eine Altbauwohnung mit hohen Decken. Ist total super. Im Winter aber saukalt. Wir haben den Verdacht, dass die Heizkörper reine Deko sind. Warm wird nämlich lediglich die Fensterbank und sonst gar nichts.), hörten wir bei einem Gewinnspiel im Radio wie ein Azubi davon erzählte, dass er sich von seinem Gewinn ein Wärmebild holen würde, weil seine (Altbau) Wohnung nämlich saukalt sei. Kennen wir. Also habe ich mich auf die Suche nach einer ähnlichen Wärmequelle gemacht und bei meinem bevorzugten Onlinehändler etwas gefunden, was meinen Anforderungen entspricht.

Gesagt, gesehen, bestellt und zwei Tage später war das Wärmebild bei uns zu Hause. Diesmal sogar ohne einen Bandscheibenvorfall bei unserem Paketboten zu provozieren, weil das Bild erstaunlich leicht ist. Unsere Version hat 600 Watt (reicht wohl für 18 qm), wiegt etwa 4 Kilo und kann an der Wand befestigt werden. Und es schaut auch noch gut aus! Das Bild wurde vormittags mit einer Aufbauanleitung und Abstandshaltern zur Wandbefestigung geliefert.

Die Wände in unserer geliebten Altbauwohnung sind nicht nur krumm und schief, sondern auch noch bröselig und stehen mit mir auf Kriegsfuß. Sobald ich mich ihnen mit einem Bohrer bewaffnet nähere, fallen sie einfach auseinander und hinterlassen statt kleiner, niedlicher Bohrlöcher riesige Krater, in denen man einen Hamster problemlos verstecken könnte. Also habe ich meinem Mann eine Nachricht geschickt, dass ich jetzt anfange, die Löcher für die Bildheizung zu bohren. Schwups, hat er seine Mittagspause vorverlegt, mir den Bohrer aus der Hand gerissen und ordentliche Löcher gemacht. Man muss sich nur zu helfen wissen….

Während ich das hier schreibe, sitze ich übrigens bei uns am Küchentisch und genieße die Wärme, die unser Bild abstrahlt. Infrarotheizungen funktionieren nämlich ähnlich wie ein Ofen oder die Sonne und geben Strahlungswärme ab. Heißt, nicht die Luft, sondern die Objekte werden erwärmt. Hat den Vorteil, dass es sofort warm und gemütlich wird. Im Umkehrschluss heißt das aber natürlich auch, wenn aus dann aus. Also wie bei der Sonne: verzieht sie sich hinter den Wolken, dann wird es wieder kalt. Aber nachdem wir das nur als Zusatzwärmequelle nutzen, reicht das für unsere Zwecke vollkommen. Wir haben das ganze übrigens an ein Steckdosenthermometer gekoppelt. Heißt, sobald eine bestimmte Temperatur erreicht wird, schaltet sich die Bildheizung automatisch aus und fängt erst wieder an zu heizen, wenn die Temperatur wieder fällt. Spart Strom und schont die Umwelt. Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich sowas gerne mal anschauen. Wir haben uns die Version “Wein und Käse” geholt. Schaut gut aus und vermittelt auch noch optisch den Eindruck von Wärme und Gemütlichkeit.

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