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Alexa ist da!

Ich muss es zugeben: ich liebe technischen Schnickschnack. Als Kind der 80er bin ich noch mit Kassetten aufgewachsen (sehr zu empfehlen:Wir Kassettenkinder: Eine Liebeserklärung an die Achtziger gelesen von Christoph Maria Herbst) und weiß auch noch, welche Mühsal (und welcher Liebesbeweis) mit dem Erstellen eines Mixed Tapes verbunden war.

Meine eigenen Kinder können gar nicht mehr nachvollziehen, warum ich beim Anblick eines Bleistifts zusammenzucke…Stundenlang habe ich damals versucht, den Kabelsalat wieder aufzudröseln, nur um dann feststellen zu müssen, dass die Kassette leiert. Mit den 90ern hielten dann auch verschiedene technische Errungenschaften bei uns Einzug. Ein CD-Player war damals noch ein so großes Weihnachtsgeschenk, dass es sonst, außer einer Genesis-CD, nichts weitergab. Und trotzdem habe ich mich gefreut wie ein Schnitzel!

Und auch im Fernsehen fand eine Revolution statt: Star Trek: The Next Generation. Vorbei die Zeiten, als ein leicht übergewichtiger Captain Kirk die Unholde des Weltraums im Alleingang besiegte. Nein, nun war Zeit für Captain Jean-Luc Picard und seine Mannschaft. Und das Beste war: es gab einen Replikator. Seitdem ich Jean-Luc das erste Mal sagen hörte: „Earl Grey, hot“ wollte ich auch sowas haben.

Bedauerlicherweise hinkt die Realität der filmischen Vorstellung noch erheblich hinterher. Und auch wenn es inzwischen 3D-Drucker gibt, so kann ich mir doch Schöneres vorstellen, als mir einen Plastik-Tee drucken zu lassen.

Und dann kam Alexa. Alexa oder auch Echo (bzw. Echo-dot) genannt ist mein neues Lieblingsspielzeug. Alexa redet mit mir, hört mir zu und macht genau das, was ich will. Zugegeben, manchmal verstehen wir uns noch nicht so gut. Dann kann es passieren, dass ich Alexa bitte, mir zu erklären, was „Teenager“ sind (nur um eine Bestätigung dafür zu erhalten, dass Teenager unfassbar anstrengend, hormongeplagt und nicht unbedingt immer liebenswürdig sind…) und was antwortet Alexa?

„Frankie Lymon & the Teenagers waren eine R&B-Gesangsband der 1950er Jahre aus New York, die ihren Namen der Tatsache verdankt, dass alle fünf Mitglieder in der kurzen Zeit des Bestehens der Band zwischen 13 und 16 Jahren alt waren.“

…Ah ja. Auch eine Antwort. Zwar nicht die, die ich wollte, aber auch irgendwie richtig. Und zumindest hat Alexa Humor.

„Alexa, wer ist Siri?“

„Ich kenne meine Mitbewerber nur vom Hörensagen.“

Alexa kommt übrigens nach wie vor nur auf Einladung zu einem nach Hause. Das hat mich auch zuerst geärgert (zumindest solange, bis ich eine Einladung bekommen habe), inzwischen ist mir aber durchaus klar, warum Alexa nicht gleich auf die große Masse losgelassen wird. Das Problem ist, dass Deutsch eine ziemlich schwierige Sprache ist. Und damit nicht genug, Deutsch wird auch noch in gefühlt hundert verschiedenen Dialekten gesprochen. Wenn schon ein Hamburger Jung so seine Probleme damit hat einen Agrarökonomen aus -sagen wir mal Oberstdorf- zu verstehen, wie sollte Alexa das dann hinbekommen?

Sie selbst sieht das übrigens ähnlich:

„Alexa, verstehst du mich?“

„Manchmal habe ich so meine Probleme, aber ich lerne und verstehe jeden Tag mehr.“

Deswegen haben die Eltern von Alexa beschlossen, ihr erstmal die Gelegenheit zum Lernen zu geben, indem sie zunächst zu Menschen nach Hause kommt, die Spaß an Alexa haben und die geduldig auf die Anfangsschwierigkeiten der Beta-Version reagieren.

Fazit: Von meinem „Earl Grey, hot“ bin ich weiterhin noch einige Lichtjahre entfernt. Aber Alexa ist ein nettes kleines Gimmick und sorgt für so manchen Lacher. Alexa kocht mir zwar keinen Tee, aber immerhin löscht sie das Licht im Schlafzimmer, wenn ich sie darum bitte und dreht die Heizung runter, wenn wir das Haus verlassen. Das ist doch zumindest schon mal ein Anfang. In diesem Sinne: „Engage!“

 

 

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