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Inauguration Day 2017

Nun also ist es soweit. Was lange Zeit niemand für möglich gehalten hat, geschieht heute tatsächlich. Donald Trump zieht als 45. Präsident ins Weiße Haus ein. Obwohl mehrere Hunderttausende Menschen zur offiziellen Amtseinführung erwartet werden, ist diese Menschenmenge doch verhältnismäßig gering im Vergleich zu Obamas Amtsantritt. Hillary Clinton beweist Größe und wird dem neuen Präsidenten ihren Respekt erweisen und dem feierlichen Festakt beiwohnen. Diese Größe wäre anders herum wohl nicht zu erwarten gewesen.

Der wohl unbeliebteste Präsident der USA hat daher auch bereits am Tag nach seinem Amtsantritt den Gegenwind von mehrere Hunderttausenden Protestierenden zu erwarten Nicht nur in Washington, sondern auch in mehreren anderen US-Städten sind Protestmärsche geplant. Die Themen sind ebenso vielfältig, wie die bisherigen verbalen Entgleisungen Trumps.

Egal ob Waffengesetze, Einwanderungen, Freihandel, Arbeitnehmerrechte oder die Rechte von Homosexuellen – Trump hat es geschafft, es sich mit fast jeder ethnischen und soziokulturellen Gruppe zu verscherzen. Und das nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern weltweit. Wobei. So ganz stimmt das nicht. Ältere, meist konservative, weiße Männer scheinen von Trump sehr begeistert zu sein. Und glaubt man dem aktuellen Trash-TV Format aus dem australischen Dschungel, so haben auch jüngere Männer in Trump ihren Heilsbringer gesehen. Aber ob ein “immerhin besser als Hillary” reicht, um den Anforderungen des Amtes gewachsen zu sein? Wohl kaum.

Mayflower Steps Plymouth.
Das Tor zur neuen Welt

So bestätigen sich auch im jüngsten Trump-Interview mit der großen überregionalen deutschen Tageszeitung mit den vier Buchstaben (nein, nicht “die Welt” und auch nicht “die Zeit” – Sie wissen schon, was ich meine) die schlimmsten Befürchtungen aus dem vorangegangenen Wahlkampf. Die Nato? Überholt. Freihandel? Nur wenn die USA einen Vorteil davon hat. Die EU? Genauso überholt wie die Nato. Die alte und die neue Welt sind weiter von einander entfernt denn je.

 

Vorbei die Zeiten, als die führenden Meinungsforscher und Politikwissenschaftler (übrigens die gleichen, die sowohl den BREXIT, als auch einen Wahlsieg Trumps kategorisch ausgeschlossen hatten) noch hoffnungsvoll die Meinung vertraten, dass Trumps Mad-Man Gehabe lediglich ein geschicktes Wahlkampfmanöver sei. Nach diesem Interview muss sich die Welt leider eingestehen: dieser Mann bleibt genauso unberechenbar, wie er sich im Wahlkampf gezeigt hat.

Immerhin, mangelnden Ehrgeiz wird man ihm wohl nicht vorwerfen können. Ein Immobilientycoon, dem nun die ganze Welt zu Füßen liegt. Wollen wir nur hoffen, dass die Welt das auch verkraftet.

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