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Alltag der das Herz zerfrisst – Teil 2

Zum Schutz der Gemeinschaft sollten sich die Frauen den Gefahren der Jagd gar nicht erst aussetzen. Denn Frauen waren (und sind) etwas Besonderes. Sie schenken neues Leben. Eine Sache, die Männern, so sehr sie es auch möchten, niemals gelingen wird. Deswegen wurden Frauen mit Respekt und Hochachtung behandelt. Eine Sache, die übrigens bis weit ins 19. Jahrhundert so war. Frauen haben schon immer die politischen und geschäftlichen Fäden gezogen. Sie zeigten es nur nicht so deutlich, wie ihre männlichen Kollegen. Erst im Edwardianischen Zeitalter hielt die Prüderie Einzug in Europa und damit auch in allen kolonialisierten Gebieten der bekannten Welt. Frauen galten mit einem Mal als unrein und sündenreich. Mussten ihre Knöchel bedecken (Man stelle sich vor: Huch, ein Knöchel!), durften auf gar keinen Fall zeigen, dass sie Beine hatten und denken sollten sie, bitte schön, auch nicht. Der Sündenfall der Frau wurde erst Mitte des 20. Jahrhunderts wieder langsam aufgehoben. Aber bis heute wirkt das Erbe der viktorianischen Zeit nach. Frauen müssen sich entscheiden, ob sie Familie oder Karriere haben wollen – denn beides ginge ja wohl nicht. Und selbst wenn, dann beschweren sich die meisten Frauen selbst derart mit Selbstzweifeln und Vorwürfen, dass sie sich schlussendlich doch für den einen oder den anderen Weg entscheiden.

Um den Kreis zu den Steinzeitmenschen zu schließen: Damals war es völlig selbstverständlich, dass eine Frau ihre Aufgaben in der Gemeinschaft erfüllte und sich außerdem um ihre Kinder kümmerte. Oder eine der Großmütter beaufsichtigte die Kinder, und die Mütter zogen los, um Holz zu sammeln, Früchte zu ernten oder Tierhäute zu gerben. Und keine hatte ein schlechtes Gewissen, weil jede ihrer Aufgabe nachging! Die zahlreichen Funde von Venusstatuetten zeugen außerdem davon, dass den Frauen (und der Weiblichkeit an sich) größter Respekt und Verehrung entgegengebracht wurden.

Immerhin, das Gefühl einer fehlenden Sinnhaftigkeit in unserer heutigen Zeit ist zumindest Geschlechterübergreifend. Aber wie schaut so ein durchschnittlicher Alltag in unserer heutigen Zeit aus? Und was ist überhaupt „der Durchschnitt“?

Fortsetzung folgt…

 

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