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Der Weg ist das Ziel?

Sie haben bis jetzt vielleicht schon einiges an Veränderungen hinter sich. Manches hat sich vielleicht zum Guten verändert, anderes muss noch nachjustiert werden. So oder so – Sie sind auf dem Weg. Die Frage ist nur: Wohin?

Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich mit einem Schiff auf dem Meer. Das Ufer ist außer Sichtweite. Kompass und Sextant sind über Bord gegangen und Sterne sind auch keine zu sehen. Was passiert? Gesetzt dem Fall, Sie bekommen das Schiff überhaupt dazu sich vorwärts zu bewegen, stellt sich schon die nächste Frage: wo ist vorwärts überhaupt? Ohne Fixpunkte und ohne Möglichkeit, eine Richtung anzusteuern und diese gegebenenfalls zu korrigieren, werden Sie sich immer nur im Kreis bewegen. Dabei könnte das rettende Ufer ganz nahe sein. Sie finden es nur nicht. Was also brauchen Sie, um vorwärts zu kommen? Richtig. Einen Fixpunkt, den Sie ansteuern können. Ein Ziel.

Nur, eines sollten Sie sich dabei klarmachen. Ankommen werden Sie nie. Ankommen bedeutet Stilstand. Wann immer Sie ein Ziel erreicht haben, halten Sie sich stets vor Augen, dass dies lediglich eine kleine Etappe auf Ihrem Lebensweg war. Sie können und sollen Ihren Erfolg feiern, dass Sie angekommen sind und sich ein wenig ausruhen, aber dann geht es wieder von vorne los: Ziel finden, fixieren und darauf zu bewegen. Die einzige Voraussetzung ist, dass Sie aktiv werden. Wenn Sie nur auf etwas warten, wird es sich nur in den seltensten Fällen von alleine auf Sie zu bewegen.

17:38 Uhr: „Kommt Papa heute gar nicht heim?“ Max wartet schon wieder. Er hat das Gefühl, dass er immer warten muss. Auf alles. Auf das Christkind. Auf seinen Geburtstag. Auf Mama. Auf Papa. Auf Schnee. Auf Nachtisch. Einfach auf alles. „Sei nicht doof.“ Lena schiebt ihn von der Haustür weg. „Papa kommt nur später. Hat Mama doch erklärt. Der blöde Chef will noch eine Rede oder sowas von ihm.“

„Blöd sagt man nicht, Lena.“ ermahnt Mama sie aus der Küche.

„Hast du aber doch vorhin selber auch gesagt.“ Unbezwingbare Kinderlogik.

„Ja, schon. Aber das war was Anderes.“

„Warum?“

 Ja, warum eigentlich, überlegt Julia. Weil ich erwachsen bin und du nicht? Weil ich meinen Ärger rausschimpfen darf, aber du sollst das nicht? Macht irgendwie auch keinen Sinn.  Aber vieles macht keinen Sinn. Nachdenklich rührt Julia in der Nudelsoße. Da bringt eine Frau ein Kind zur Welt und dann muss sie erst einmal beweisen, dass es auch ihres ist. In welcher Welt leben wir eigentlich, dass wir erst einmal fragen, ob sie das Kind nicht gestohlen hat, anstatt uns zu freuen, dass es da ein Paar gibt, dass sich füreinander und für ein Kind entscheidet. Selten genug, in unserer trostlosen Welt. Morgen ruf ich ihn an, entschließt sich Julia. Ich rufe den Vater an und sage ihm, dass ich seine Geburtsanzeige anerkenne und wenn er seine Tochter unbedingt Willow nennen will, dann soll er das auch tun. Voller Überzeugung nickt Julia ihrer Nudelsoße zu und ruft ihre Kinder zum Essen.

Julia hat für sich eine Entscheidung getroffen. Und sie fühlt sich richtig an. Es mag ein kleines Ziel sein, aber das ist völlig unerheblich. Ein Ziel ist ein Ziel. Und wichtig ist einzig und alleine, sich darauf zu zu bewegen. Was hier so einfach klingt, scheint für viele Menschen jedoch ein nicht unerhebliches Problem zu sein. Und für Sie? Wie finden Sie ihr Ziel und wie können Sie es erreichen?

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